Nuhr ‚ne Krise

Die­ter Nuhr nannte ich oft nur gern den „Rein­hard Mey des Kaba­retts“: nett, tut nie­mand weh, dem hört man gern beim Plau­dern zu, ein Mann, dem man gern den Schlüs­sel für die Woh­nung gibt, wenn wäh­rend des Urlaubs die Katze gefüt­tert wer­den muss. Ich revi­diere mich. Zitat ab:

nuhr

Ban­ken­krise. Fünf­hun­dert Mil­li­ar­den weg. Fünf­hun­dert Mil­li­ar­den, das kann man sich gar nicht vor­stel­len.  Schlimm ist, wenn einem 500 Euro feh­len, das ist rich­tig unangenehm.

Wenn man bei der Bank einen Kre­dit hat und 500 Euro nicht zurück­zah­len kann, das ist unan­ge­nehm. Wenn Sie dem da am Tre­sen erklä­ren müs­sen: „Jaaa… mein Finanz­sys­tem ist zusam­men­ge­bro­chen…“ Da gucken Sie sich mal die Fresse an, da hin­ter dem Tre­sen. Da kön­nen Sie zuse­hen, wie dem die Eck­zähne wach­sen. Da würde ich gar nicht hin­ge­hen. Wenn Sie nicht bezah­len – ist doch egal. Nee, ehr­lich. Nix sagen. Post nicht mehr beant­wor­ten, Ein­schrei­ben nicht mehr unter­schrei­ben, nicht mehr ans Tele­fon gehen, ein­fach abwar­ten. Bis die wach­sen, die Schul­den, dann wird’s einfacher.

Ja, 500.000 Schul­den ist schon viel ein­fa­cher. Wenn Sie 500.000 nicht bezah­len kön­nen, dann müs­sen Sie in der Bank schon nicht mehr war­ten, bis ein Mit­ar­bei­ter frei wird. Da wer­den Sie gleich nach hin­ten durchgereicht.

Ab 500 Mil­lio­nen bie­ten die sogar Kaf­fee an.

Bei 500 Mil­li­ar­den kommt die Bun­des­kanz­le­rin ganz unver­bind­lich zum Gespräch dazu. Und sagt: „Ich zahl’ das, ist doch kein Thema.“

[Die­ter Nuhr, „Nuhr die Wahr­heit“.]

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