Nuhr 'ne Krise

Dieter Nuhr nannte ich oft nur gern den „Reinhard Mey des Kabaretts“: nett, tut niemand weh, dem hört man gern beim Plaudern zu, ein Mann, dem man gern den Schlüssel für die Wohnung gibt, wenn während des Urlaubs die Katze gefüttert werden muss. Ich revidiere mich. Zitat ab:

nuhr

Bankenkrise. Fünfhundert Milliarden weg. Fünfhundert Milliarden, das kann man sich gar nicht vorstellen.  Schlimm ist, wenn einem 500 Euro fehlen, das ist richtig unangenehm.

Wenn man bei der Bank einen Kredit hat und 500 Euro nicht zurückzahlen kann, das ist unangenehm. Wenn Sie dem da am Tresen erklären müssen: „Jaaa… mein Finanzsystem ist zusammengebrochen…“ Da gucken Sie sich mal die Fresse an, da hinter dem Tresen. Da können Sie zusehen, wie dem die Eckzähne wachsen. Da würde ich gar nicht hingehen. Wenn Sie nicht bezahlen – ist doch egal. Nee, ehrlich. Nix sagen. Post nicht mehr beantworten, Einschreiben nicht mehr unterschreiben, nicht mehr ans Telefon gehen, einfach abwarten. Bis die wachsen, die Schulden, dann wird’s einfacher.

Ja, 500.000 Schulden ist schon viel einfacher. Wenn Sie 500.000 nicht bezahlen können, dann müssen Sie in der Bank schon nicht mehr warten, bis ein Mitarbeiter frei wird. Da werden Sie gleich nach hinten durchgereicht.

Ab 500 Millionen bieten die sogar Kaffee an.

Bei 500 Milliarden kommt die Bundeskanzlerin ganz unverbindlich zum Gespräch dazu. Und sagt: „Ich zahl’ das, ist doch kein Thema.“

[Dieter Nuhr, „Nuhr die Wahrheit“.]

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6 Kommentare

  1. Erstellt am 2009-03-25 um 09:38 | Permanent-Link

    Dazu die Weisheit:
    “Wenn Sie 100 Mark Schulden haben, haben Sie ein Problem. Wenn Sie 1 Million Mark Schulden haben, hat die Bank ein Problem.”

    Wenn ich jetzt nur noch wüsste, von wem die Weisheit mal rausgelassen wurde. Gefühlt war das vor Dieter Nuhr; oder aus der Ecke Volker Pispers; oder doch von Nuhr ganz zu Anbeginn …

    • Erstellt am 2009-03-25 um 16:47 | Permanent-Link

      Ich glaub, das war tatsächlich Pispers. Aber sicher bin ich nicht. Und dann gabs da noch den Witz von Queen Mum, die, von einem Banker auf ihre Schulden angesprochen, sagte: “My Dear, wenn eine junge Frau 100 Millionen Pfund Schulden hat, dann hat die junge Frau ein Problem. Wenn die Frau aber wie ich über hundert Jahre alt ist, dann hat die Bank ein Problem.” Passt jetzt nicht wirklich zum Thema ist aber gut. Finde ich. Von wem hab ich den noch gleich…

  2. Erstellt am 2009-03-25 um 18:53 | Permanent-Link

    Also, wenn dich das wirklich interessiert … Ich glaube es war Vanity, von der das kam.

  3. Erstellt am 2009-03-25 um 21:30 | Permanent-Link

    Eher eine allgemein bekannte Anekdote.
    Gemeinplatz geht anders.

  4. Erstellt am 2009-03-28 um 22:05 | Permanent-Link

    Ich kenne mich nun im Tv nicht mehr so aus, aber wenn es mal um Comedy geht, ist Nuhr wohl einer der wenigen, wenn nicht der einzige TV-Kompatible, den ich ertragen kann, nein, eigentlich sogar mag.
    Und das hier dürfte Ihnen wohl aus dem Herzen sprechen.

2 Trackbacks

  1. Von u1amo01 am 2009-03-26 um 09:28

    Nuhr die Wahrheit…

    Bei Daily Ivy hätte ich über dieses Dieter-Nuhr-Zitat fast Tränen gelacht, wenn es nicht wahr wäre:
    Wenn man bei der Bank einen Kredit hat und 500 Euro nicht zurückzahlen kann, das ist unangenehm. Wenn Sie dem da am Tresen erklären müssen: …

  2. Von Links - 27. March 2009 | heading north am 2009-03-27 um 06:07

    [...] Daily Ivy – Nuhr ‘ne Krise [...]

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